Sportarbeit, 26. Juni
Im Rahmen der Regionale10 wurde am Samstag das Projekt “Sportarbeit” eröffnet. Ich durfte dort einerseits künstlerisch auftreten und andererseits auch ein paar Worte sprechen.Hier die Infos zum Projekt:
http://www.regionale10.at/cms/beitrag/11 241013/45160996/
Hier ein Foto, mehr auf flickr.com:
Und hier meine Rede:
Welche Leistungsfähigkeit der Körper hat, das haben wir ja jetzt ganz anschaulich präsentiert bekommen, als mich Skyrunner Christian Stangl hier über den Hof gezogen hat.
Der Körper und seine Leistungsfähigkeit oder auch körperliche Leistungsfähigkeit, eine Ausbeutung? oder auch eine romantische Verklärung?
Beim Theme Körper kommt man schnell auf verschiedene Assoziationen … Arbeit, Sport, Fitness und Gesundheit oder einfach Körperkult, sind nur einige.
Der Körper ist jener Ort, wo individuelle, soziale und kulturelle Geschichten zusammenfließen. Er ist nicht frei, schon gar nicht von den verschiedenen Seiten, die ihn gebrauchen, aber auch missbrauchen.
Frauen wurden und werden mit ihren Körpern identifiziert, ein Faktum, das Männern nicht widerfahren ist und auch heute noch nicht im vergleichbaren Ausmaß widerfährt. Denn es sind die Frauen, die sowas wie „Kompatkfrauenbilder” im wahrsten Wortsinn verkörpern, die sich in verschiedenen Rollen- und Fantasiegestalten wie Mutter, Hure, Model …. ausweisen sollen.
Wir gehen in die Schule, um uns für das Leben vorzubereiten. Also lernen wir Rechnen, Lesen und Schreiben. Wir lernen Dinge über fremde Kulturen, über Geschichte, über Flüsse und Berge in Österreich. Doch was wir nicht lernen, ist das Bewusstsein für den eigenen Körper. Wie sollen wir sein? Stellen wir uns häufig die Frage.
Sind die Bilder, die uns die Werbung, der Markt, die Gesellschaft vorleben, sollen das unsere Ideale sein? Geht es nur darum, aus unseren Körpern leistungsfähige, gut proporzonierte Maschinen zu machen? Oder ist es notwendige Körperarbeit, um die eigene Existenz zu sichern?
Das Projekt „Sportarbeit” kann uns vielleicht nicht alle Antworten auf diese Fragen geben, ganz sicher wird uns das Projekt aber einen Anstoß zum darüber nachdenken geben.
In diesem Sinn darf ich euch für die nächsten Stunden bei der „Sportarbeit” viel Vergnügen wünschen.
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