Creative Industries

Seit Ende März 2010 bin ich Bereichssprecherin für CREATIVE INDUSTIRES (= Kreativwirtschaft) der SPÖ-Parlamentsfraktion. 

 

Was ist Creative Industries (CIs)?

 

In den vergangenen Jahren hat sich die Welt mit höherer Geschwindigkeit gedreht. Die rasante Ausbreitung neuer Technologien und die zunehmende Globalisierung bedeuten einen Paradigmenwechsel von der traditionellen Produktion zu Dienstleistungen und Innovation.  Fabrikshallen weichen immer mehr Kreativgemeinschaften, deren Rohstoff die Fähigkeit ist, sich etwas vorzustellen, etwas völlig neu zu denken und entstehen zu lassen.

 

Kreativität und Innovation brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, um innerhalb einer neuen unternehmerischen Kultur florieren zu können.

 

Die Kultur- und Kreativindustrie verfügen über viel Potential, das es auszuschöpfen gilt, um Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen. In Österreich zählen rund 29.000 privatwirtschaftliche Unternehmen zur Kreativwirtschaft. Bei beinahe 60 % der Unternehmen der österreichischen CIs handelt es sich um Einpersonenunternehmen.

 

Kreativindustrie bezeichnet Branchen mit einer kulturellen Dimension, die Kultur als Input verwenden, obwohl ihr Output überwiegend funktional ist. Dazu zählen Architektur und Design, die kreative Elemente in größere Prozesse integrieren, sowie Unterbereiche wie Grafikdesign, Modedesign oder Werbung.

 

Angetrieben durch  neue - vor allem digitale - Technologien sind neue Publikumsschichten, Vertriebskanäle und Konsummodelle entstanden. Zugang zu und Teilhabe an Kunst verändern ständig ihre Form, während die Grenzen zwischen Kunstschaffenden und -konsumierenden mit der Entwicklung partizipatorischer Technologien wie Blogs, Wikis etc. verschwinden.

 

Forderungen: 

 

 1. Wachstumsstrategie

 

Problem: Die Unternehmen sind meist zu klein, um größere Investitionen aus eigener Kraft zu tätigen. Größere Investitionen sind aber notwendig, um das Produkt- und Dienstleistungsangebot zu komplettieren und den Sprung auf den Auslandsmarkt zu schaffen.

Daher: Rahmenbedingungen schaffen, die den Firmenwachstum begünstigen:

 

  • Sicherung eines verbesserten Zugangs zu externen Finanzierungsquellen
  • Ausgeweitete Innovationsförderung
  • Know-how-Transfer für urheberrechtsbasierte Verwertungsstrategien
  • Verbesserte Informationen über Beratungs- und Fördermöglichkeiten

2. Internationalisierung

 

Für weite Bereiche der CIs gilt, dass durchaus mehr exportiert werden könnte. Warum so wenig Exporterfolge: hoher Ressourcenbedarf und große Unsicherheiten, die mit dieser Entscheidung zusammenhängen.

 

Maßnahmen, um das zu verbessern:

 

  • Auslandspräsenz erhöhen
  • Bestehende Informations- und Unterstützungsangebote auf für CIs zugänglich machen
  • Die Integration in internationalen Vertriebssystemen fördern

 3. Clusterorientierung

 

Bei CIs gibt es bereits clusterähnliche Strukturen.

 

Aber man braucht noch:

 

  • Förderung von sektorspezifischen Plattformen, die Interaktion zwischen den CIs und der Wirtschaft intensiviert und die noch bestehenden Ausbildungslücken geschlossen werden.

 

 4. Governancestrukturen entwickeln

 

Schon jetzt sind viele Institutionen für CIs zuständig oder könnten/sollten zuständig sein. Es ist eine Strategie notwendig, um sicher zu gehen, dass an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet wird.

Daher:

 

  • Kooperation zwischen Wirtschafts- und Kulturressort sollte ausgebaut werden
  • Abgestimmte Vorgangsweise mit sektorspezifischen Institutionen entwickeln
  • Öffentliche Auftragsvergabe gehört überdacht

 

 

WEBTIPPS

 

www.evolve.or.at

www.creativwirtschaft.at

www.departure.at

www.mingo.at 

 

 

GRÜNBUCH DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION

“ERSCHLIEßUNG DES POTENTIALS DER KULTUR- UND KREATIVINDUSTRIEN” 

com_2010_183_de.pdf

 

 

Presse:

100509_kleinezeitung.pdf

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